Massenevakuierung für 500.000 Menschen in Süditalien
Ein Erdbeben der Stärke 4,7 erschütterte am vergangenen Freitag die Bewohner Süditaliens. Obwohl zunächst keine größeren Schäden gemeldet wurden, plant man nun eine Massenevakuierung für die Sicherheit der Bevölkerung.
Erdbeben vor der Küste Apuliens
Das Nationale Institut für Geophysik und Vulkanologie (INGV) bestätigte ein Erdbeben mit einer Stärke von 4,7 vor der Küste Apuliens. Die Erschütterungen waren bis in die größeren Städte wie Bari und Foggia zu spüren. Glücklicherweise gab es laut Feuerwehr und anderen Behörden keine Berichte über Verletzte oder größere Schäden.
Barbara Valenzano, Leiterin des apulischen Zivilschutzes, erklärte, dass das stärkste Beben gegen 20.35 Uhr gemessen wurde, gefolgt von mehreren Nachbeben bis zu einer Stärke von 3,8. “Wir behalten die Situation im Auge und sind auf Alarmbereitschaft”, fügte sie hinzu.
Erneute Erschütterungen in den Phlegräischen Feldern
Die Region um die Phlegräischen Felder, ein Supervulkan in der Nähe von Neapel, wurde in den letzten Tagen mehrfach von Erdbeben heimgesucht. Ein Beben der Stärke 4,4 erschütterte die Gegend in der Nacht zu Donnerstag, gefolgt von einem weiteren Beben der Stärke 3,5 am Freitagabend. Die Phlegräischen Felder sind für ihre hohe vulkanische Aktivität bekannt.
Nello Musumeci, Zivilschutzminister, hat den nationalen Mobilmachungszustand ausgerufen, um Einsatzkräfte aus ganz Italien in die Region zu schicken. “Wir müssen auf alle Szenarien vorbereitet sein, um den Bewohnern in Zeiten weiterer Erschütterungen beizustehen”, betonte der Minister.
Plan zur Evakuierung
Angesichts der steigenden Bodenhebung im Vulkan plant man eine Evakuierung von rund 500.000 Menschen innerhalb von drei Tagen. Obwohl es bereits einen Voralarm gibt, um den Bewohnern Zeit zum Packen zu geben, befürchtet man dennoch Chaos bei einer tatsächlichen Evakuierung. Es wurden Treffpunkte festgelegt, von denen aus die Bewohner mit Bussen weitertransportiert werden sollen.
Die Umsetzung des Evakuierungsplans hängt von der weiteren Bodenhebung im Vulkan ab, die derzeit bei rund drei Zentimetern im Monat liegt. Die Situation wird daher genau beobachtet, um im Ernstfall schnell handeln zu können.