RTL-Frau entdeckt abgeschobenen Vergewaltiger: Mukhtiar will zurück nach Deutschland

Im Sommer 2024 sorgte die Abschiebung von 28 afghanischen Straftätern aus Deutschland für Aufsehen. Doch was geschah mit diesen Männern nach ihrer Ankunft in Kabul? Dieser Frage ging „Extra“-Reporterin Liv von Boetticher im Februar 2025 in der RTL-Doku „Auf den Spuren abgeschobener Straftäter in Afghanistan“ nach. Ihre Reise führte sie in ein Land im Umbruch, geprägt von Unsicherheit und Widersprüchen.

Ein neues Leben in Afghanistan: Abdul F.s Geschichte

Die Journalistin Liv von Boetticher traf in Afghanistan auf Abdul F., einen abgeschobenen Straftäter, der im deutschen Gefängnis für elf Jahre saß. Trotz seiner kriminellen Vergangenheit berichtet Abdul F. von einem Neuanfang in seiner Heimat. Er betont, dass das Bild von Afghanistan im Ausland verzerrt sei und er sich dort sicher fühle. Mit Stolz berichtet er von seinem erfolgreichen Leben als Ladenbesitzer und dem Aufbau einer Existenz in seiner Heimat. Trotzdem hat er keine Pläne, nach Deutschland zurückzukehren. Abdul F. ist ein Beispiel dafür, dass nicht alle abgeschobenen Straftäter eine Rückkehr in Erwägung ziehen.

Die Suche nach Mukhtiar N.: Ein Vergewaltiger auf der Flucht

Die Suche nach Mukhtiar N., der bekannt wurde als Vergewaltiger von Illerkirchberg, gestaltet sich kompliziert. Dieser 32-jährige Mann wurde nach Deutschland abgeschoben, nachdem er zusammen mit drei weiteren Flüchtlingen ein 14-jähriges Mädchen vergewaltigt hatte. Nach seiner Abschiebung lebt er nun mit anderen abgeschobenen Straftätern im Iran. Trotz seiner Verbrechen möchte Mukhtiar N. nicht im Iran bleiben. Sein Anwalt arbeitet bereits an einer Rückkehr nach Deutschland, da er sich in Afghanistan nicht sicher fühlt. Mukhtiar N. zeigt keinerlei Einsicht bezüglich seines Verbrechens und behauptet, dem Mädchen nichts angetan zu haben. Dies sorgt für Empörung und Widerstand in seiner ehemaligen Heimatgemeinde Illerkirchberg.

Die Geschichten von Jamshid A. und Sayed H., die ebenfalls abgeschoben wurden, verdeutlichen die Schwierigkeiten, mit denen abgeschobene Straftäter konfrontiert sind. Jamshid A. floh aus Afghanistan aufgrund von Verhaftungen und Misshandlungen wegen seiner Tattoos. Sayed H. wurde in Deutschland wegen schwerer Straftaten verurteilt und leidet nun im Iran unter der fremden Kultur und Perspektivlosigkeit. Beide sehnen sich nach einer Rückkehr nach Deutschland, um eine zweite Chance zu erhalten.

Die Abschiebungen von Straftätern nach Afghanistan sind ein heikles Thema, da die Bundesregierung die Taliban-Regierung nicht anerkennt und daher keine direkten Rückführungen verhandelt. Trotzdem arbeitet die Bundesregierung daran, weitere Abschiebungen zu ermöglichen. Die Unsicherheit über die individuelle Verfolgung und die Sicherheit der Straftäter in Afghanistan bleibt bestehen, während abgeschobene Täter wie Mukhtiar N. um eine Rückkehr in ihre ehemalige Heimat kämpfen.

Die Geschichten der abgeschobenen Straftäter aus Deutschland zeigen die Komplexität und die emotionalen Abgründe dieses Themas. Während einige wie Abdul F. ein Leben in ihrer Heimat aufbauen und nicht an eine Rückkehr denken, kämpfen andere wie Mukhtiar N., Jamshid A. und Sayed H. mit den Folgen ihrer Taten und der Unsicherheit in einem fremden Land. Die Debatte um Abschiebungen und Rückführungen wird weiterhin kontrovers geführt, während abgeschobene Straftäter um eine zweite Chance ringen.