Proteste gegen den umstrittenen Tourismus-Boom in Griechenland

Griechenland verzeichnet einen boomenden Tourismussektor, der Rekord um Rekord bricht. Doch während die Besucherzahlen steigen, wächst auch der Unmut vieler Einheimischer über die zunehmende Kommerzialisierung ihrer idyllischen Inseln. Besonders betroffen ist die beliebte Ferieninsel Kos, die in den Fokus von Investorenfirmen gerückt ist. Die Bürgerinitiative “Nachhaltiges Kos” macht sich stark gegen neue Hotelprojekte, die das ursprüngliche Flair der Insel bedrohen.

Tourismusrekord und wachsender Widerstand auf Kos

Kos, eine Perle der Dodekanes-Inselgruppe, lockt Jahr für Jahr Millionen von Besuchern an, darunter viele Deutsche. Doch der rasante Anstieg der Hotelbetten um fast 45 Prozent seit 2009 und die Verdreifachung der Fünf-Sterne-Hotels haben die Inselbewohner alarmiert. In einem eindringlichen Brief an das Umweltministerium in Athen fordert die Bürgerinitiative “Nachhaltiges Kos” einen Baustopp, um irreversible Schäden zu verhindern. Der Tourismus mag ein wirtschaftlicher Segen sein, aber zu welchem Preis?

Griechenlands Tourismusbranche auf Rekordkurs

Griechenland erlebt einen regelrechten Tourismusboom, der das Land zu einem der begehrtesten Urlaubsziele in Europa macht. Mit 36 Millionen Reisenden im vergangenen Jahr und Einnahmen von 22 Milliarden Euro erreichte die Tourismusbranche neue Höchststände. Doch während die Zahlen steigen, geraten beliebte Inseln wie Mykonos und Santorini an ihre Kapazitätsgrenzen. Die Bettendichte auf diesen Inseln kann bis zu 790 Betten pro Quadratkilometer erreichen, was die Infrastruktur und die Umwelt stark belastet.

Kleinen Inseln droht der Überlauf

Die Investoren haben nun die kleineren, bisher weniger bekannten Inseln ins Visier genommen, um dem Massentourismus auszuweichen. Doch auch dort stoßen sie auf Widerstand. Auf Sifnos, einer einst unberührten Insel, regt sich Protest gegen den Bauboom. Umweltschützer warnen vor den negativen Auswirkungen auf das Wassermanagement und die Natur. Auf Zakynthos gelang es Umweltschützern, ein umstrittenes Hotelprojekt zu stoppen, das die fragile Ökologie der Insel bedrohte. Die Bewohner auf Astypalea fürchten um ihren Lebensrhythmus, sollte ein geplantes Großprojekt umgesetzt werden.

Milos als warnendes Beispiel für die Zerstörung durch den Tourismus

Die Insel Milos, einst ein Geheimtipp für Griechenland-Kenner, leidet unter einem rasanten Bauboom, der ihre natürliche Schönheit bedroht. Mit 48 neuen Hotelprojekten in Planung oder bereits genehmigt, könnte die Hotelkapazität auf der Insel mehr als verdoppelt werden. Der Bau eines Fünf-Sterne-Resorts mitten in einem Naturschutzgebiet sorgt für Aufsehen und Kritik. Die Einheimischen und die Kommunalpolitik bemängeln, dass Umweltaspekte und Nachhaltigkeit bei Baugenehmigungen oft ignoriert werden, nicht zuletzt aufgrund von Korruption.

Widerstand gegen den Massentourismus wächst

Die Proteste auf Milos zeigen erste Erfolge: Das Umweltministerium hat alle neuen Baugenehmigungen in Naturschutzgebieten vorerst ausgesetzt. Doch der Kampf gegen den Massentourismus und die Kommerzialisierung der Inseln ist noch lange nicht gewonnen. Schmiergeldaffären und illegale Bauvorhaben sind gängige Praktiken, die den Widerstand der Bevölkerung weiter befeuern. Es bleibt abzuwarten, ob die Politik auf die Forderungen der Bürgerinitiativen reagiert und den Schutz der Umwelt und des kulturellen Erbes vor den Profitinteressen der Investoren stellt.