Die unvergessliche Stimme der verstorbenen Rosenstolz-Sängerin Anna R.
Düsseldorf – Die Welt der Musik trauert um die einstige Frontfrau der Band Rosenstolz, die Berliner Musikerin Anna R. Im Alter von 55 Jahren verstarb die Sängerin unerwartet und plötzlich. Die als Andrea Rosenbaum geborene Künstlerin hinterlässt eine Lücke in der deutschen Musiklandschaft, die nicht so leicht zu füllen sein wird.
Die Band Rosenstolz, bestehend aus Anna R. und dem Komponisten Peter Plate, war in den 1990er und frühen 2000er Jahren eine feste Größe in der deutschen Musikszene. Hits wie “Gib mir Sonne” und “Ich bin ich (Wir sind wir)” prägten das musikalische Erbe der Band und ließen sie zu einem Massenphänomen werden. Selbst der damalige Regierende Bürgermeister von Berlin, Klaus Wowereit, zählte zu den Fans der Band und besuchte ihre Konzerte regelmäßig.
Peter Plate, der langjährige musikalische Partner von Anna R., äußerte sich tief bestürzt über ihren plötzlichen Tod. In einem emotionalen Statement erinnerte er sich an ihre Anfänge als Musiker und betonte die Einzigartigkeit von Annas Stimme und ihrer Art zu singen. Die beiden verband eine tiefe künstlerische Beziehung, die über Jahrzehnte Bestand hatte.
Die musikalische Reise von Anna R. begann in Ost-Berlin, wo sie 1969 geboren wurde. Ursprünglich ausgebildet als Chemielaborantin, fand sie ihre wahre Leidenschaft in der Musik. Mit Rosenstolz veröffentlichte sie insgesamt zwölf Alben, darunter das erfolgreiche Werk “Das große Leben” aus dem Jahr 2006. Nach dem vorläufigen Ende von Rosenstolz im Jahr 2012 war Anna R. weiterhin aktiv in der Musikszene tätig, sowohl mit den Bands Gleis 8 und Silly als auch mit ihrem Solo-Album “König:in” aus dem Jahr 2023.
Neben ihrer musikalischen Karriere engagierte sich Anna R. auch politisch, insbesondere im Kampf gegen Aids. Ihr Einsatz wurde 2011 mit dem Bundesverdienstkreuz gewürdigt. Auf ihrem Solo-Album thematisierte sie auch soziale Ungerechtigkeiten und die Flüchtlingskrise, was ihre Vielseitigkeit als Künstlerin unterstreicht.
Die Stimme von Anna R. war nicht nur kraftvoll und melancholisch, sondern auch unverwechselbar. Wie das “Süddeutsche Zeitung Magazin” treffend feststellte, gibt es Stimmen, die sich unauslöschlich ins Gedächtnis einbrennen – und Anna R. hatte zweifellos eine solche Stimme. Ihr plötzlicher Tod hinterlässt einen schmerzhaften Verlust in der Musikwelt, doch ihr musikalisches Erbe wird weiterleben und unzählige Menschen berühren.
Mit ihrer einzigartigen Stimme, ihrer Präsenz und ihren Liedern wird Anna R. auch nach ihrem Tod eine konstante Lebensbegleiterin für viele Menschen sein. Möge ihre Botschaft der Empathie und klassenlosen Menschenliebe weiterhin inspirieren und Trost spenden in einer Welt, die sie viel zu früh verloren hat.