Das Berufsbildungszentrum (BBZ) der AWO in Düsseldorf wurde kürzlich mit einer bedeutenden Auszeichnung geehrt: dem Ausbildungsherz. Diese Anerkennung wird an Unternehmen verliehen, die sich besonders für die berufliche Entwicklung junger Menschen einsetzen. Bei der diesjährigen Verleihung wurde die Firma “Raumkonzept Grunwald” als Preisträger des Jahres 2025 ausgewählt. Die Entscheidung fiel einstimmig, da das Unternehmen nicht nur langjähriger Kooperationspartner für angehende Tischler*innen des BBZ ist, sondern sich auch aktiv für die Inklusion von Auszubildenden mit Behinderungen einsetzt. Nadja Hübinger, Geschäftsführerin des BBZ, lobte Raumkonzept Grunwald für sein besonderes Engagement und betonte die Bedeutung der Inklusion in der heutigen Zeit.
Tischlermeister Matthias Grunwald, der die Auszeichnung entgegennahm, berührte mit seiner Dankesrede nicht nur die Jury, sondern auch die Zuhörer. Er teilte seine persönliche Geschichte und sprach über seine eigenen Erfahrungen nach Abschluss seiner Ausbildung vor 25 Jahren. Als 18-Jähriger hatte er Schwierigkeiten, eine Anstellung zu finden und fühlte sich unverstanden und wertlos. Dennoch gab er nicht auf und nutzte jede Chance, die sich ihm bot. Heute leitet er seinen eigenen Betrieb und setzt sich dafür ein, dass alle Menschen die gleichen Chancen haben, sich beruflich zu entwickeln. Seine Botschaft an die Auszubildenden und Praktikanten war klar: Jeder verdient Wertschätzung und die Möglichkeit, sein Potenzial zu entfalten.
Das Ausbildungsherz wird seit sechs Jahren verliehen, und bisherige Preisträger sind namhafte Unternehmen wie NH-Hotel City-Nord, D&C Elektrotechnik, A FEW STORE, Francis Breidenstein Holztechnik und mod’s hair privilège. Diese Firmen haben sich durch ihr besonderes Engagement für die Ausbildung junger Menschen ausgezeichnet und sind Vorbilder in der Branche.
Das BBZ am Flinger Broich, das jährlich rund 1200 Menschen in verschiedenen Berufsfeldern qualifiziert, stand vor einigen Herausforderungen, da die Förderung für die Einrichtung ausgelaufen war. Geschäftsführerin Nadja Hübinger musste die Struktur der Werkstätten und die Arbeitsplätze der Mitarbeitenden erhalten, indem sie neue Bereiche erschloss. Ein Schwerpunkt liegt nun auf der Qualifizierung und Ausbildung von Menschen mit Behinderungen, um ihnen den Einstieg in den Arbeitsmarkt zu erleichtern. Durch verschiedene Werkstätten und sozialpädagogische Mitarbeiter*innen erhalten sie eine Perspektive auf Beschäftigung oder eine Berufsausbildung.
Ein weiteres Standbein des BBZ ist die außerbetriebliche Ausbildung in den Werkstätten, wo Betriebe Ausbildungsinhalte buchen können. Hier wurden neue Schweißkabinen angeschafft und spezielle Module eingeführt, um Auszubildende im Metallbereich zu qualifizieren. Erste Rückmeldungen zeigen, dass die Auszubildenden mit den Lehrinhalten zufrieden sind und von den passgenauen Lösungen des BBZ profitieren. Besonders die Qualifizierung von Anlagenmechanikern stellte einige Unternehmen vor Herausforderungen, die durch die Unterstützung des BBZ gemeistert werden konnten.
Insgesamt zeigt die Verleihung des Ausbildungsherzens und die Neuausrichtung des BBZ die Bedeutung von engagierten Unternehmen und Einrichtungen, die jungen Menschen eine Perspektive bieten und sie auf ihrem Weg in die Arbeitswelt unterstützen. Dieser Ansatz der beruflichen Förderung und Inklusion ist ein wichtiger Schritt in Richtung einer gerechteren und chancengleichen Gesellschaft.