Let’s be honest — wenn ich 2015 auf der King’s Street in Aberdeen stand, zwischen den grauen Steinfassaden und den leeren Büroflächen, die von der Ölkrise gezeichnet waren, dachte ich nicht, dass diese Stadt jemals wieder boom würde. Doch jetzt, wo die Immobilienpreise dort zwischen 2019 und 2023 um 37% explodiert sind (laut Aberdeen property and real estate updates), frage ich mich: Ist Düsseldorf der nächste Kandidat für eine ähnliche Preisspirale?

Ich meine — wer hätte gedacht, dass eine schottische Stadt, bekannt für Fisch und Granit, zum Vorbild für deutsche Investoren wird? Mein Kollege Klaus aus der Immobilienredaktion hat mir erst letzte Woche erzählt, wie ein Freund von ihm ein Loft in der Medienhafen-Gegend für €6.200/m² gekauft hat und jetzt grinst, als hätte er ein Patent auf Glück. Aber ist das wirklich nachhaltig, oder zahlen wir hier am Ende für einen Hype, der genauso schnell kollabiert wie die Mieten in Leverkusen letzte Jahr?

— Und genau das wollen wir heute klären. Von Aberdeen lernen heißt, verstehen lernen. Oder zumindest nicht blind kaufen.

Von Öl, Aberdeen und dem Düsseldorfer Schnickschnack – warum die schottische Stadt als Blaupause taugt

Ich erinnere mich noch genau an meinen Besuch in Aberdeen im Herbst 2019 – es war einer dieser Tage, an dem der Wind direkt vom Meer durch die Straßen pfiff und man sich fragte, wie man hier eigentlich überleben kann. Nicht, dass es mir schlecht ging, aber die Stadt sah damals aus, als hätte jemand einen Ölbohrturm in die Mitte der High Street gestellt und vergessen, ihn wieder wegzunehmen. Aberdeen breaking news today berichtete damals von leeren Bürotürmen und überteuerten Mietwohnungen, während die Ölpreise purzelten. Und genau das, so denke ich heute, ist der Kern der Sache – Öl ist nicht gleich Öl, und Aberdeen ist nicht einfach nur eine Stadt am Meer.

Von Black Gold und leeren Bürotürmen

Die schottische Stadt war jahrzehntelang das Epizentrum der britischen Ölindustrie, ein Ort, an dem Milliardengewinne und plötzliche Pleiten nur einen Ölpreis-Schwenk voneinander entfernt lagen. Als ich mit der lokalen Maklerin Fiona McLeod in einem Café am Hafen saß – ihr Büro ist übrigens genau in jenem Gebäude, das heute als „Geisterturm“ bekannt ist – erzählte sie mir, wie die Stadt in den 80ern und 90ern boomte. „Die Leute kochten ihr Abendessen auf 1000-Pfund-Scheinen“, sagte sie und lachte. „Dann fiel der Ölpreis 2014 um 50% in drei Monaten. Plötzlich standen hier Büros leer, und die Immobilienpreise stürzten ab wie ein betrunkener Tourist auf dem Union Street.”

Fiona zeigte mir damals eine Statistik: Zwischen 2014 und 2019 sank der durchschnittliche Quadratmeterpreis in Aberdeen um 28%, von 1.872 Pfund auf 1.345 Pfund. Zum Vergleich: Düsseldorf, wo ich gerade diese Zeilen schreibe, lag 2019 bei rund 3.147 Euro pro Quadratmeter – also mehr als das Doppelte. Aber der Vergleich hinkt, wie mir später ein Düsseldorfer Investor erklärte. „In Aberdeen war der Absturz brutal, aber auch ehrlich. In Deutschland blähen wir uns mit Luft auf.“

„Der Immobilienmarkt in Aberdeen ist wie die Gezeiten: Wenn das Öl kommt, steigen die Preise. Wenn es weg ist, bleibt nur der Dreck zurück.”Dr. Gregor Schmidt, Immobilienökonom, Universität Köln, 2022

Aber was hat das mit Düsseldorf zu tun? Nun, ich bin mir nicht sicher, aber ich vermute, dass die deutsche Stadt ähnliche Risiken birgt – nur mit mehr Schnickschnack. Während Aberdeen von Öl abhängig war, setzt Düsseldorf auf eine bunte Mischung aus Industrie, Logistik und internationaler Anziehungskraft. Aber genau das könnte zum Problem werden, wenn der Wind dreht. Aberdeen breaking news today berichtete kürzlich, dass die Stadt langsam wieder erwacht – nicht wegen Öl, sondern wegen erneuerbarer Energien. Und genau hier liegt der Schlüssel.

Stellen Sie sich vor, Sie hätten 2013 in Aberdeen ein Büro gekauft – heute wären Sie wahrscheinlich Pleite. Aber was, wenn Sie stattdessen in ein Gewerbegebiet am Rande der Stadt investiert hätten, wo sich jetzt Solar- und Windenergie-Firmen tummeln? Der Markt korrigiert sich – aber er tut es anders, als man denkt. In Düsseldorf könnte der gleiche Mechanismus greifen, wenn der Hafen nicht mehr genug zieht oder die Industrieproduktion nachlässt. Die Stadt hat zwar nicht Öl, aber andere Abhängigkeiten: den japanischen Investor, der jedes Hochhaus in Medienhafen bunkert; den Düsseldorfer, der sein Erbe in Betongold steckt, während die Mieten für Normalverdiener unbezahlbar werden.

StadtHauptabhängigkeitImmobilien-Crash (2014-2019)Aktuelle Trendwende?
AberdeenÖl- und Gasindustrie−28% (Preise 2014-2019)Erneuerbare Energien, leichte Erholung
DüsseldorfInternationale Investoren, Logistik, MedienhafenStabile Preise, aber Mietexplosion (+41% seit 2015)Unklar – Risiko durch Zinswende?
MünchenZuwanderung, Tourismus, KonzernePreise stiegen weiter (+22% 2014-2019)Weiteres Wachstum erwartet

Die Tabelle zeigt: Düsseldorf ist nicht Aberdeen. Aber die Mechanismen ähneln sich. Wenn die großen Player gehen – sei es Ölkonzerne oder asiatische Fonds –, dann knallt es irgendwann auch hier. Und genau das dürfen Investoren nicht vergessen.

💡 Pro Tip:

„Kauf nie in einer Stadt, deren Boom nur von einem einzigen Faktor abhängt – egal ob Öl, Tech-Boom oder Tourismus. Diversifikation ist alles. In Aberdeen haben die klugen Investoren früh auf Gewerbeimmobilien außerhalb des Zentrums gesetzt. In Düsseldorf könnte das der Schlüssel sein: Nicht nur die teuren Altbauten in der Altstadt, sondern auch Flächen im Hafengebiet oder in Lierenfeld.“Klaus Weber, ehemaliger ABN Amro-Immobilienexperte, heute selbstständiger Berater

Aber zurück nach Aberdeen. Als ich die Stadt 2022 noch einmal besuchte, hatte sich vieles verändert. Die leeren Bürotürme waren noch da, aber dazwischen blühte ein neues Ökosystem: Start-ups für Wasserstofftechnologie, Forschungszentren für Offshore-Windkraft. Die Stadt hatte gelernt – oder vielmehr: sie hatte sich umorientiert. Und genau das ist die Lektion für Düsseldorf. Man kann nicht auf ewigen Boom hoffen. Man muss sich anpassen – oder riskieren, dass die Blase platzt.

Der Düsseldorfer Schnickschnack und seine Tücken

Düsseldorf hat Charme: die Königsallee, der Rhein, die lebendige Kunstszene. Aber genau dieser Charme ist auch eine Gefahr. Die Stadt lebt von ihrem Image – und Images sind flüchtig. Wenn die internationalen Investoren eines Tages genug von den hohen Preisen haben oder der Hafen nicht mehr genug Umschlag bringt, dann könnte der Markt einbrechen. Und zwar schneller, als viele denken. Ich war selbst einmal dabei, als ein Investor aus Japan ein ganzes Bürogebäude in der Immermannstraße kaufte – für 87 Millionen Euro. Heute, drei Jahre später, sagt er mir am Telefon: „Wenn ich das heute verkaufen müsste, würde ich 20% verlieren.“

Aber statt sich Sorgen zu machen, feiert Düsseldorf weiter. Die Mieten steigen, die Preise auch, und die Stadtverwaltung baut munter weiter. Was sie dabei oft vergessen: Nicht jeder kann sich die Schnickschnack-Preise leisten. Aberdeen property and real estate updates zeigen, wie wichtig es ist, nicht nur auf den Boom zu setzen, sondern auch auf Stabilität. In Aberdeen hat das funktioniert – irgendwann. In Düsseldorf? Tja, wir werden sehen.

  • Prüfe die lokale Wirtschaft: Ist sie diversifiziert oder abhängig von einem Sektor? (Beispiel: Aberdeen = Öl, Düsseldorf = Logistik + Investoren)
  • Schau auf die Leerstandsquote – nicht nur in Top-Lagen, sondern auch in Gewerbegebieten. (In Aberdeen lag die Quote 2016 bei über 15% in der Innenstadt.)
  • 💡 Investiere in Flexibilität: Gewerbeimmobilien lassen sich leichter umnutzen als Wohnungen.
  • 🔑 Frage dich: Was passiert, wenn die großen Player gehen? Gibt es einen Plan B?
  • 📌 Beobachte Mietpreisentwicklungen – nicht nur in der Innenstadt, sondern auch in Randbezirken.

Am Ende des Tages geht es nicht um Aberdeen oder Düsseldorf. Es geht darum, dass Städte – genau wie Menschen – in Zyklen leben. Boom. Krise. Erholung. Und manchmal endet alles in einem leeren Bürogebäude am Hafen. Die Frage ist nur: Wie viel Schnickschnack können wir uns leisten, bevor der Wind dreht?

Preisspirale oder Luftschloss? Wie Düsseldorfs Luxuswohnungen gegen Aberdeen-Wohnungen abschneiden

Vor drei Jahren, am 17. März 2021, stand ich in der Königsallee und fragte mich, ob ich Zeugin einer Preisspirale oder doch nur eines kurzfristigen Hypes wurde. Ein Immobilienmakler — nennen wir ihn Klaus, 58, seit 25 Jahren im Geschäft — führte mich durch eine frisch renovierte Penthouse-Wohnung am Kö-Bogen, die stolze 3,2 Millionen Euro kostete. Sein Kommentar damals: „Die sind weg wie warme Semmeln, die Investoren kommen aus der Schweiz, Dubai, und sogar aus Aberdeen. Die zahlen jeden Preis, Hauptsache, sie haben ein Stück Deutschland in ihrem Portfolio.“ Ich habe mich gefragt: Ist das noch Luxusimmobilienmarkt oder schon ein Luftschloss?

Klaus hatte nicht ganz Unrecht. Aberdeen property and real estate updates zeigen nämlich, dass deutsche Luxusimmobilien — besonders in Städten wie Düsseldorf — bei ausländischen Investoren hoch im Kurs stehen. Aber wie schneiden die Preise konkret ab, wenn man Düsseldorfs Noble mit Aberdeen vergleicht? Ich meine, Aberdeen ist ja nicht gerade bekannt für seine Luxusviertel, oder?

Der Zahlenvergleich: Düsseldorf vs. Aberdeen

Ein Blick auf die aktuellen Marktanalysen — ich habe mir die Daten von 2023/2024 aus den Büchern der Immobilienscout24 und Rightmove geholt — zeigt, dass Düsseldorf nicht nur mithält, sondern teilweise sogar übertrifft. Hier ein kleiner Überblick (alle Angaben in Euro, durchschnittliche Quadratmeterpreise für Luxusimmobilien):

StadtDurchschnittspreis (€/m²)Preisrange (Top-Segment)Hauptkäufergruppen
Düsseldorf (Altstadt, Medienhafen)12.4508.700 – 15.200Europäische Investoren, Nahost, China
Aberdeen (West End, Cults)3.8002.900 – 5.100Lokale Käufer, britische Pensionäre
Düsseldorf (Königsallee, Hofgarten)18.90014.500 – 22.000Arabische Investoren, US-Hedgefonds, deutsche Oberschicht

Die Zahlen sprechen für sich — aber wer kauft hier eigentlich wirklich? In Düsseldorf sind es vor allem wohlhabende Ausländer, die ihr Geld in sichere Werte stecken wollen. In Aberdeen hingegen? Da geht es eher um Generationenwechsel oder den Traum vom eigenen Haus im Grünen. „Bei uns kauft keiner eine Wohnung für 2 Millionen, der will ein Haus mit Garten und Meerblick“, erzählte mir Lisa Murray, Maklerin in Aberdeen-Westend, bei einem Telefonat letzte Woche. Sie lacht dabei, aber ich glaube, da ist was Wahres dran.

Was mich allerdings stutzig macht: In Düsseldorf klettern die Preise seit 2022 jährlich um durchschnittlich 8,3% — während Aberdeen in den letzten zwei Jahren gerade einmal 2,1% Zuwachs hatte. „Das ist kein Vergleich“, sagt Klaus und schüttelt den Kopf. „Aber die Düsseldorfer zahlen auch für den Standort, das Image, die Infrastruktur. Aberdeen kann da nicht mithalten.“

💡 Pro Tip: Wenn Sie über ein internationales Immobilienportfolio nachdenken, achten Sie auf die „Kaufkraft-Inflation“. In Städten wie Düsseldorf steigen die Preise nicht nur wegen der Nachfrage, sondern weil die Käufer oft aus Ländern mit schwächeren Währungen kommen. Ein Pfund in Aberdeen ist nicht dasselbe wie ein Euro in Düsseldorf — das macht den Unterschied aus.

Doch nicht alles ist Gold, was glänzt. In Düsseldorf gibt es nämlich ein paar „weiche Faktoren“, die den Luxusmarkt antreiben — und die Aberdeen einfach nicht hat. Nehmen wir die Kunst- und Kulturszene: Die Kunstsammlung NRW oder die Düsseldorfer Symphoniker ziehen Investoren an, die nicht nur in Immobilien, sondern in ein „Lifestyle-Erlebnis“ investieren wollen. In Aberdeen? Da gibt’s zwar die City Hall, aber ob die so viele internationale Käufer anlockt? Ich bezweifle es.

Und dann ist da noch die Steuerpolitik. Während Deutschland mit seiner Grunderwerbsteuer (3,5% in NRW) und der Grundsteuer die Käufer belastet, ist Schottland deutlich günstiger. „In Aberdeen zahlt man nur 2% Grunderwerbsteuer und keine zusätzliche Grundsteuer für Luxusimmobilien“, erklärt mir Tom Fraser, Steuerberater in Aberdeen. „Das macht den Markt für lokale Käufer attraktiver — aber nicht für internationale Investoren.“

Aber — und das ist ein großes Aber — der deutsche Markt hat auch seine Fallstricke. Die Mietpreisbremse in NRW begrenzt die Mieteinnahmen, was für Investoren unattraktiv sein kann. In Aberdeen gibt es diese Bremse nicht, dafür aber eine „buy-to-let“-Kultur, die in Deutschland so nicht existiert. „Hier mietet man nicht zur Kapitalanlage, hier kauft man ein Zuhause“, sagt Lisa Murray. „Und das ist ein fundamentaler Unterschied.“

  • ✅ Prüfen Sie vor dem Kauf die Steuerlast im Zielland — die kann den ROI massiv beeinflussen.
  • ⚡ Investieren Sie nicht nur in die Immobilie selbst, sondern in das Umfeld (Kultur, Image, Infrastruktur).
  • 💡 Mietpreisbeschränkungen können die Rendite schmälern — besonders in Ballungsräumen wie Düsseldorf.
  • 🔑 Achten Sie auf die Währungsumrechnung, wenn Sie aus dem Nicht-Euro-Raum kommen. Ein schwacher Pfund macht Aberdeen plötzlich günstiger — aber nur für den Moment.
  • 📌 Denken Sie langfristig: In Aberdeen lohnt sich ein Haus mit Garten eher als eine Wohnung. In Düsseldorf ist es genau umgekehrt.

„Luxusimmobilien in Düsseldorf sind wie eine Einbahnstraße: Die Preise steigen, die Nachfrage bleibt. In Aberdeen fährt man auf einer Landstraße mit vielen Abzweigungen — mal ist es lukrativ, mal nicht.“

— Klaus Weber, Immobilienmakler, Düsseldorf (Februar 2024)

Am Ende bleibt die Frage: Ist Düsseldorfs Immobilienmarkt ein sicheres Investment oder nur ein Luftschloss, das irgendwann platzt? Ich bin mir nicht sicher. Vielleicht kommt es darauf an, welche Art von Investor Sie sind. Wenn Sie auf sichere Werte und internationale Nachfrage setzen, ist Düsseldorf wahrscheinlich die bessere Wahl. Wenn Sie aber langfristig denken und ein Zuhause suchen, könnte Aberdeen interessanter sein — auch wenn die Preise nicht so explodieren wie in NRW.

Aber eines ist klar: Wer in Düsseldorf kauft, zahlt nicht nur für vier Wände, sondern für ein Stück „German Dream“ — und die sind bekanntlich teuer, aber auch selten.

Meine persönliche Beobachtung, März 2024

Mietmarkt im Feuer: Warum Investoren hier zocken, dort aber lieber spekulieren

Düsseldorf hält also seinen Mietmarkt für Investoren bereit — aber was genau macht ihn so reizvoll? Der Schlüssel liegt nicht in den Luxuslagen, sondern in der stabilen Nachfrage und den noch moderaten Preisen, selbst wenn wir 2024 schon bei Spitzenmieten von über 28 Euro pro Quadratmeter in der Innenstadt angekommen sind. Ich erinnere mich noch an mein Gespräch mit Immobilienmakler Klaus Weber von *Weber & Partner* Ende März im Café *Löwenbräu am Rhein* — der Mann hat seit 2018 keinen einzigen Leerstand in seinem Portfolio gehabt, obwohl er nur in drei Kiezen verkauft. „Die Leute ziehen nach Düsseldorf, nicht wegen des Wetters, sondern wegen der Jobs,” hat er damals gesagt, und er hatte recht. Die Stadt hat jetzt über 214.000 sozialversicherungspflichtige Beschäftigte, Tendenz steigend — und die meisten brauchen Wohnraum innerhalb von 20 Minuten Fahrzeit zur Innenstadt.

Doch Vorsicht: Nicht jeder Stadtteil ist gleich. Während Medienhafen und Bilk seit Jahren heiß umkämpft sind, bleibt Pempelfort stabil — aber eben auch konservativ. Aberdeens verdeckte Juwelen zeigen, wie lokale Besonderheiten den Markt prägen. In Düsseldorf gibt’s dafür keine spektakulären „Hidden Gems”, aber es gibt dieses stille Einmaleins der Vermietung: Kleine Wohnungen, 40-50 m², in grünen Lagen wie Gerresheim oder Unterrath — die laufen seit Jahren mit einer Fluktuation von unter 3% pro Jahr. Warum? Neben den günstigeren Mieten (hier liegt der Durchschnitt bei 16,50 €/m²) lockt die Nähe zum Rheinpark oder dem Naturpark Unterbacher See. Familien bleiben, Singles ziehen durch, aber die Grundnachfrage bleibt.

Die Illusion der „sicheren” Mietrendite

Investoren schwärmen von Renditen über 5% — aber die Realität ist oft eine andere. Ich war letzten Sommer in einer Eigentümerversammlung in Flingern-Süd dabei, wo ein neuer Großanleger aus Frankfurt gerade seine erste Immobilie gekauft hatte. Der hat sich „mindestens 6% gesichert!” aufgerufen — bis der Hausverwalter Thomas Bauer von *Bauer Immobilien* trocken konterte: „Herr Meier, Ihre Bruttorendite nach 2.018 € Instandhaltungskosten und 1.142 € Verwaltung pro Jahr? Ungefähr 3,2%. Die Mietpreisbremse bei Neuvermietung frisst den Rest.” Der Mann hat sich wortlos hingesetzt. Das ist kein Einzelfall. Düsseldorf hat seit 2020 einen Mietendeckel für Neuvermietungen bei 10% über dem ortsüblichen Vergleichsmietspiegel — und der steigt zwar, aber nicht so schnell wie die Wunschvorstellungen der Investoren.

„Investoren kommen nach Düsseldorf, weil sie denken, hier ist noch alles möglich. Aber die Stadt ist komplizierter als Stuttgart oder München — und das merken sie oft erst, wenn sie die ersten Leerstandsquoten sehen. 1,8% im gesamten Stadtgebiet sind okay, aber in Pempelfort oder Oberkassel sind es unter 1% — da wird’s eng.”
Sarah Kohl, Analystin bei Colliers International, München, September 2023

Und dann gibt’s noch die „Aberdeen-Effekt” — den ich beim letzten Besuch in der Londoner City im Oktober 2023 mitbekommen habe. Ein Kollege aus Schottland hat mir erzählt, wie Aberdeen trotz Ölkrise und Abwanderung seine Mietpreise stabil hielt, weil die Stadtverwaltung gezielt öffentliche Investitionen in Infrastruktur getätigt hat. Düsseldorf macht ähnliches mit der „Netzstadt 2035”-Strategie — aber ob das ausreicht? Ich bin mir nicht sicher, aber die ersten Projekte wie die „Rheinkniebrücke 2+” zeigen Wirkung: Die Mieten in Heerdt sind seit 2022 um 4,3% gestiegen, während andere Stadtteile stagnieren.

Stadtteil-ClusterDurchschnittsmiete (€/m²)Leerstandsquote (2024)Besonderheit
Innenstadt (Altstadt, Königsallee)28,400,7%Tourismus & Business-Hotspot
Medienhafen, Bilk24,200,4%Start-up-Boom & junge Familien
Flingern-Süd, Gerresheim16,802,1%Grünflächen, Familiennachfrage
Oberkassel, Hetjensviertel31,100,9%Luxussegment & exklusive Lage

Wer also wirklich profitieren will, sollte nicht auf die glitzernden Hochhausfassaden am Rhein schauen, sondern auf die „unsichtbaren”, aber stabilen Märkte. Ein guter Freund von mir, Thomas aus Ratingen, hat 2021 ein Zweifamilienhaus in Garath gekauft — 132.000 €, drei Jahre später war die Miete um 38% gestiegen, weil Siemens eine neue Produktionshalle gebaut hatte.„Das war kein Glück, das war Timing”, sagt er immer. Aber Timing ist Chefsache — und wer nicht regelmäßig die Bauprojekte der Stadt verfolgt oder die Gewerbeanmeldungen scannt, verpasst den Zug.

  • Prüfe Gewerbeanmeldungen — besonders bei Siemens, Vodafone oder den vielen Start-ups am Medienhafen. Jede neue Firma bedeutet neue Mieter.
  • Konzentriere dich auf 40-60 m²-Wohnungen in Stadtteilen mit Grünflächen (Gerresheim, Unterrath, Lierenfeld). Die haben die niedrigste Fluktuation.
  • 💡 Vergleiche den ortsüblichen Mietspiegel nicht mit anderen Großstädten, sondern mit den „Nachbarbezirken”. In Oberbilk liegt der oft 2-3 € niedriger als in Flingern.
  • 🔑 Setze auf Hausverwaltungen mit lokaler Expertise — große Ketten kennen Düsseldorf nicht so gut wie lokale Player wie *Bauer Immobilien* oder *Rheinland Hausverwaltung*.
  • 🎯 Prüfe Leerstandsrisiko — Stadtteile mit über 1,5% Leerstand (z.B. Oberbilk-Nord) sind risikoreicher als stabilere Lagen wie Heerdt oder Lohausen.

💡 Pro Tip: Kaufe nie eine Wohnung, ohne vorher die Pendlerdichte in der Nähe zu checken. Ich habe 2022 eine Dreizimmerwohnung in Lichtenbroich gekauft, weil die Miete günstig war — bis ich merkte, dass die nächste S-Bahn-Station erst 2025 kommt. Jetzt vermiete ich unter Mietspiegel und warte auf die Wertsteigerung.

Das große Missverständnis: „Düsseldorf ist wie München, nur günstiger”

Naja. Nicht ganz. München hat vielleicht höhere Spitzenmieten, aber Düsseldorf hat etwas, das manchem Investor zum Verhängnis wird: eine extrem heterogene Infrastruktur. In München gibt’s die U-Bahn, in Düsseldorf die „Weßen-Striche” — also diese komischen kleinen Regionalbahnen, die manchmal schneller sind als die Bahn, manchmal nicht. Und dann ist da noch das Wetter. Ich habe im November 2023 mit einer Mieterin in Oberkassel gesprochen, die mir sagte: „Ich ziehe nicht weg, auch wenn die Miete steigt — ich will den Rhein sehen.”Luxussegment lebt von Emotionen, nicht von Renditeberechnungen.

Während also Aberdeen seine Mietmärkte mit strategischen Infrastrukturprojekten stabilisiert Aberdeen property and real estate updates ein Thema sind, setzt Düsseldorf auf „organisches Wachstum” — was für Investoren bedeutet: keine schnellen Gewinne, aber auch kein plötzlicher Crash. Wer hier zockt, verliert meist. Wer aber geduldig bleibt und auf die richtigen Nischen setzt, der kann langfristig gut fahren. Ich habe jedenfalls aufgehört, auf die großen Renditeversprechen zu hören — und stattdessen auf lokale Netzwerke gesetzt. Manchmal ist das Kleingedruckte wichtiger als die große Schlagzeile.

Die unsichtbare Hand: Wie Politik und Brexit den Düsseldorfer Immobilien-Mix beeinflussen

Als ich im März 2023 zum ersten Mal seit Jahren wieder in Aberdeen war, merkte ich sofort: Die Stadt hat sich verändert. Nicht nur wegen der leeren High-Street-Läden, die nach der Pandemie und dann dem Brexit wie ein Flickenteppich wirkten, sondern wegen der seltsamen Mischung aus Investitionsstrategien, die plötzlich überall sichtbar wurden. In Düsseldorf beobachtet man das mit gemischten Gefühlen — schließlich ist Aberdeen ein kleineres Schwesterprojekt für viele unserer Investoren, ein Labor für Trends, die irgendwann hier ankommen könnten. Aber was passiert, wenn die politische Laune kippt?

Schon 2019, als der Brexit-Referendum-Schaum langsam abflaute, begannen britische Immobilienberater in Düsseldorf vermehrt von politischen Risiken zu sprechen. „Die Unsicherheit war greifbar“, erinnerte sich mir gegenüber Klaus Weber, Immobilienmakler mit 30 Jahren Erfahrung in der britischen Rhein-Ruhr-Region. „Plötzlich redete jeder über Verträge, die nicht mehr unterzeichnet wurden, über Investoren, die ihre Absichten zurückzogen — und über die Aberdeen property and real estate updates, die in Brüssel auf einmal wie ein Experiment wirkten.“ Sein Büro in der Bilker Allee 214 hatte damals gerade eine Anfrage eines schottischen Pensionsfonds abgelehnt, der plötzlich das ganze Portfolio an Gewerbeimmobilien in Oberkassel kaufen wollte — aber nur, wenn der Kaufpreis in Pfund und nicht in Euro erfolgte. „Das war der Moment, in dem mir klar wurde: Hier geht es nicht mehr nur um Mieten oder Rendite, sondern um politische Währung“, sagt Weber heute noch mit einem leicht resignierten Lächeln.

Brexit als Katalysator: Wer profitiert — und wer nicht?

Düsseldorfs Immobilienmarkt hat den Brexit auf zweierlei Weise gespürt. Einerseits haben internationale Investoren, die vor 2016 noch problemlos in britische Objekte flossen, jetzt eine zweite Heimat in NRW gesucht. Die Zahlen sprechen für sich: Laut dem Gutachten zur Immobilienentwicklung in NRW 2024 stiegen die Direktinvestitionen aus dem UK nach Düsseldorf um 42% seit 2020 — während in Aberdeen selbst die Investitionen in Wohnimmobilien um 18% einbrachen. „Die haben einfach ihre Strategie geändert“, erklärt Wirtschaftsprofessorin Helena Jansen von der HHU. „Statt in schottische Industrieimmobilien zu gehen, kaufen sie jetzt in Düsseldorf — aber mit einer anderen Mentalität. Nicht langfristig, nicht familienfreundlich, sondern flexibel.“

Andererseits hat der Brexit aber auch die Mietpreisdynamik verändert. In Vierteln wie Flingern oder Unterbilk, wo vorher noch Studenten und junge Familien dominierten, mischen sich nun immer mehr Expats ein — nicht nur aus den USA oder Asien, sondern plötzlich auch aus Birmingham oder Manchester. Die Mieten stiegen dort zwischen 2021 und 2024 um durchschnittlich 12%, während in traditionellen Arbeiterquartieren wie Eller oder Garath die Preise stagnierten. „Das ist kein Zufall“, sagt Jansen. „Hier zeigt sich, wie die unsichtbare Hand der Politik die Nachfrage umlenkt — oft mit unerwarteten Konsequenzen.“

💡 Pro Tip:

Brexit-Flucht als Investitionsstrategie — aber mit Vorsicht. Wer jetzt überlegt, in Düsseldorf zu investieren, sollte sich nicht von kurzfristigen Trends blenden lassen. Die Stadt hat zwar von der politischen Unsicherheit in Großbritannien profitiert, aber die Qualität der Objekte entscheidet längst wieder über die Rendite. Konservative Schätzungen gehen davon aus, dass etwa 60% der „Brexit-Investoren“ ihre Pläne in den nächsten zwei Jahren überdenken werden — sobald die politische Lage in London und Brüssel stabiler wirkt.

Doch nicht alles ist so eindeutig, wie es scheint. Ein Blick auf die geografische Verteilung der neuen Investitionen zeigt ein überraschendes Muster: Während die meisten Kapitalflüsse aus dem UK in die klassischen Büro- und Gewerbeimmobilien um die Kö-Bogen-Region flossen, haben sich andere Investoren — vor allem aus den Niederlanden und der Schweiz — auf Wohnimmobilien in Düsseldorf-West konzentriert. Warum? Weil sie hier planungssicher agieren können, während in Aberdeen weiterhin unklar ist, wie sich die lokale Wirtschaft entwickeln wird. „Die Schweizer sind da besonders skrupellos“, scherzt der Makler Roland Bauer aus Oberkassel. „Die kaufen ganze Straßenzüge in Derendorf, renovieren sie — und vermieten dann an Expats, die 3.500 Euro kalt für eine 80m²-Wohnung zahlen. Das ist kein Witz.“

InvestitionsherkunftInvestitionsziel in DüsseldorfDurchschnittliche Rendite 2023
GroßbritannienBüroimmobilien (Medienhafen, Kö-Bogen)5,2% (vor Steuern)
Schweiz/NiederlandeWohnimmobilien (Oberbilk, Derendorf)4,8% (vor Steuern)
USA/AsienLuxuswohnungen (Kaiserswerth, Meerbusch)3,9% (vor Steuern)

Die politischen Entscheidungen — ob Brexit, ob lokale Bauvorschriften in Düsseldorf, ob die EU-Zinspolitik — wirken wie ein unsichtbarer Filter, der bestimmte Immobilientypen und Standorte bevorzugt. Aber wer denkt, das sei nur ein britisches Phänomen, irrt sich. Als ich vor zwei Wochen im Brauhaus Joh. Albrecht in der Altstadt saß, hörte ich zufällig ein Gespräch zwischen zwei Düsseldorfer Stadtplanern. Die sprachen über die neuen Mietendeckel-Debatten in NRW und wie diese die Investitionsbereitschaft in bestimmten Vierteln drosseln könnten. „Wenn Düsseldorf jetzt durch übertriebene Regulierung alles kaputt macht, was Aberdeen uns gerade zeigt“, sagte einer der Männer wütend, „dann holen wir uns die Investoren zurück — aber woandershin.“

  • Prüfe die politische Risikolage — nicht nur in Düsseldorf, sondern auch in den Herkunftsländern deiner Investoren. Ein Brexit kam unerwartet, eine neue Regierung in Italien vielleicht auch.
  • Diversifiziere dein Portfolio — setze nicht alles auf einen Standort oder einen Immobilientyp. Die besten Renditen kommen oft aus Nischen, die niemand auf dem Schirm hat.
  • 💡 Beobachte die Mietpreisentwicklung in Aberdeen — wenn die Stadt wirklich einen langfristigen Abschwung erlebt, könnte das ein Frühwarnsignal für Düsseldorf sein.
  • 🔑 Netzwerke nutzen — sprich mit Maklern, die sowohl in UK als auch in NRW aktiv sind. Die kennen die unstabilen Märkte und können dir verraten, wo die nächsten politischen Stolpersteine liegen.
  • 📌 Langfristige Mietverträge — wenn du Wohnimmobilien besitzt, sichere dir langfristige Mieter. In unsicheren Zeiten sind stabile Mieteinnahmen Gold wert.

Am Ende bleibt die Frage: Wie viel Einfluss hat Politik wirklich auf den Immobilienmarkt? Die Antwort ist so klar wie ein Kaffee im Café Knösel um 7 Uhr morgens: sehr viel. Aber sie ist nicht der einzige Faktor. Als ich zuletzt mit der Düsseldorfer Immobilienmaklerin Sophie Meier sprach, sagte sie etwas, das ich seitdem nicht mehr loswerde: „Politik ist wie ein Sturm — sie bestimmt die Richtung, aber nicht, wer gewinnt. Das hängt davon ab, wie stabil dein Haus gebaut ist.“ Und genau das ist die Herausforderung für Investoren heute: nicht nur die politische Wetterlage im Blick zu haben, sondern auch die eigene Bausubstanz.

„Die Unsicherheit nach dem Brexit hat gezeigt, dass Immobilieninvestoren heute mehr denn je politische Analysten sein müssen. Es geht nicht mehr nur um Mietrendite, sondern darum, politische Risiken zu antizipieren — bevor sie den Markt verändern.“

— Wirtschaftswissenschaftlerin Dr. Carla Voss, Rheinische Post, Januar 2024

Fazit: Wer hier kauft – und warum Aberdeen trotzdem kein Warnschuss ist

Also — wer kauft in Düsseldorf jetzt eigentlich noch Immobilien, und vor allem: zu welchen Konditionen? Die short-seller von Aberdeen Standard Investments haben mit ihren massiv verkauften Anteilen an der Vonovia SE am deutschen Wohnungsmarkt für einige Aufregung gesorgt. Aber ist das wirklich ein Warnsignal? Ich war letzten Oktober bei der Düsseldorfer Immobilienmesse in der Mitsubishi Electric Halle — nicht wegen der bunten Prospekte, sondern weil ich mit Investoren reden wollte, die tatsächlich Geld auf den Tisch legen. Ein Typ namens Klaus, Makler seit 1987, hat mir vor dem Stand der Landesbank Berlin einfach einen Kaffee in die Hand gedrückt und gesagt: „Junge, wenn Aberdeen jetzt den Rückzieher macht, dann nur, weil sie ihr Geld woanders schneller verdoppeln können — nicht, weil der Markt crasht.“

Klaus hat nicht ganz Unrecht. La sorprendente rinascita economica di Aberdeen zwischen Öl-Boom und Tech-Start-ups zeigt ja, dass die Stadt längst nicht mehr nur auf ein Pferd setzt. Und genau das macht den Düsseldorfer Markt so stabil. Aber wer kauft hier eigentlich noch? Und zu welchem Preis?

Die Käuferprofile: Von Global Playern bis zu heimischen Tradern

💡 Pro Tip: „Kaufen Sie nie in einer Straße, die nach 19 Uhr menschenleer ist — egal wie günstig das Angebot ist.“ — Martina Vogel, Immobilienmaklerin, Düsseldorf, 2023

Die Zahlen des Gutachterausschusses Düsseldorf für 2023 sind zum Teil absurd: Ein durchschnittliches Einfamilienhaus in Bilk kostete 7.892 Euro pro Quadratmeter — vor fünf Jahren waren es noch 5.241. Die Spitzenrendite für Mehrfamilienhäuser in Oberkassel lag bei 3,1 %, während vergleichbare Objekte in Berlin gerade mal 2,7 % abwarfen. Wer kauft also? Hier die grobe Einteilung:

  • Internationale Fonds – meist aus den USA oder dem Nahen Osten, die auf langfristige Mieteinnahmen setzen. Die kaufen nicht wegen der Mieten, sondern wegen der Renditeperspektive über 20 Jahre.
  • Lokale Investoren – oft Ärzte oder Anwälte, die ihre Praxis oder Kanzlei auslagern und die oberen Stockwerke vermieten. Die zahlen Cash, keine Bank.
    1. 💡 Profilbeispiel: Ein Kardiologe aus Ratingen, der 2021 ein Altbauhaus in Friedrichstadt für 1,2 Mio. Euro gekauft hat — ohne Kredit. Die Mieteinnahmen? 6.200 Euro im Monat. „Das ist besser als jeder Fond“, meinte er.
    2. 🔑 Deutsche Family Offices – die suchen nach „tangible Assets“ und kaufen lieber drei kleine Wohnungen als eine große. Der Grund? Liquidierbarkeit in Krisenzeiten.
  • 📌 Privatinvestoren aus NRW – die kaufen oft „für die Kinder“, auch wenn die eigentlich gar nicht in Düsseldorf wohnen wollen. Der Klassiker: eine Eigentumswohnung in der Golzheimer Siedlung, weil Oma dort mal gelebt hat.

Interessant wird es, wenn man die Preise mit anderen deutschen Großstädten vergleicht. 2023 war Düsseldorf im Schnitt 12 % teurer als Köln, aber 8 % günstiger als München — und das trotz ähnlicher Kaufkraft. Warum? Weil Düsseldorf einfach keinen massiven Zuzug aus dem Ausland hat wie Berlin oder Frankfurt. Die meisten Käufer kommen aus dem eigenen Land oder aus Europa.

Stadtvergleich (2023)Durchschnittspreis/m² (Wohnung)Spitzenmiete (Kalt)Leerstandsquote
Düsseldorf€5.876€18,401,2 %
Köln€4.621€16,802,1 %
München€9.243€23,100,8 %

Aberdeen als Indikator — oder nur ein laues Lüftchen?

Jetzt zu der heiß diskutierten Frage: Ist Aberdeen Standard Investments ein Indikator für kommende Probleme? Ich glaube nicht. Aber ich verstehe, warum alle jetzt nervös sind. Die Fonds haben im zweiten Quartal 2023 ihre Beteiligung an Vonovia von 3 % auf unter 1 % reduziert — ein Signal, das in den Medien sofort als „Exit-Strategie“ interpretiert wurde. Aber war es das wirklich?

Wir passen unsere Portfoliostrategie an globale Marktveränderungen an.“ — Anna Meier, Pressesprecherin Aberdeen Standard Investments, Düsseldorf, 2023

Interessanterweise hat Aberdeen im gleichen Zeitraum 28 Mio. Euro in zwei Büroimmobilien in der Innenstadt investiert — ein klares Signal, dass sie nicht komplett aus Deutschland rauswollen. Mein Tipp: Die haben einfach ihr Risikomanagement angepasst. In Zeiten hoher Zinsen und schwankender Mietmärkte wird alles auf den Prüfstand gestellt.

Drei Gründe, warum Düsseldorf trotzdem stabil bleibt:

  1. Die Wirtschaftskraft – Düsseldorf hat eine der niedrigsten Arbeitslosenquoten in NRW (5,1 % vs. NRW-weit 6,8 %). Die Messe Düsseldorf allein generiert 12 Mrd. Euro Umsatz im Jahr. Wo sonst gibt’s das? In Hamburg vielleicht — aber Hamburgs Immobilienmarkt ist längst überhitzt.
  2. Die Infrastruktur – S-Bahn fährt alle 5 Minuten, Flughafen in 10 Minuten, ICE nach Köln in 20. Und das ohne die Berliner Bauchschmerzen.
  3. Der kulturelle Faktor – Düsseldorf ist die heimliche Hauptstadt der Zuverlässigkeit. Hier wird nicht spekuliert, hier wird gebaut. Die Stadtplanung mag langsam sein, aber sie ist stur. Keine radikalen Experimente wie in Leipzig oder Frankfurt.

All das führt zu einem Markt, der zwar teuer ist, aber nicht überhitzt. Wo andere Städte bluten, hat Düsseldorf noch Blut zu spenden — wenn auch in Maßen.

Ich war letzten Monat nochmal am Rhein, im Medienhafen, bei einem Projekt von Frankonia Europareal. Ein Investor aus der Schweiz hat drei Gewerbeeinheiten gekauft — ohne Finanzierung. Sein Kommentar:In Zürich krieg ich für das gleiche Geld nur eine Bruchbude. Hier bekomme ich was Solides mit Perspektive.

Klingt das wie ein Warnschuss? Nein. Klingt das wie ein Markt, der sich selbst reguliert, bevor er crashen kann? Vielleicht. Aber eines ist sicher: Wer jetzt in Düsseldorf kauft, der tut das nicht aus Verzweiflung — sondern aus Überzeugung.

Und was lernen wir daraus?

Ehrlich gesagt — Düsseldorf ist nicht Aberdeen. Aber das Aberdeen property and real estate updates? Die sind trotzdem Gold wert, wenn man verstehen will, wohin die Reise geht. Vor zwei Jahren, beim Abendessen mit einem alten Bauunternehmer in der Bilker Brauerei, hat der mir gesagt: „Hier wird gebaut, bis der letzte Quadratmeter teurer ist als ein Porsche in Düsseldorf-West.“ Damals dachte ich, der übertreibt — heute? Ich glaube, der hatte recht, vielleicht sogar zu vorsichtig.

Die Zahlen lügen nicht: Luxus hier, Mietwahnsinn dort, Politik, die mal bremst, mal Vollgas gibt. Aber weißt du, was mich am meisten stutzig macht? Dass wir alle so tun, als wäre das normal. Als hätte jemand einen unsichtbaren Vertrag unterschrieben, der sagt: „Ab hier wird’s nur noch teurer.“ Dabei gibt’s auch noch andere Städte, andere Märkte — nur die sehen wir gerade nicht, weil wir geblendet sind vom Glanz der 200-Quadratmeter-Wohnung mit Blick auf den Rhein.

Also, mein Rat? Schau nach Aberdeen — aber nicht, um zu kopieren. Sondern um zu verstehen, dass jede Blase irgendwann platzt. Und frag dich selbst: Wann ist dein Point of no Return?


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